18. Schwangerschaftswoche (SSW)
:quality(70))
In der 18. Schwangerschaftswoche nähert sich Deine Schwangerschaft der Halbzeit. Dein Baby wächst weiter, bewegt sich viel und übt Atem- und Schluckbewegungen. Dieser Ratgeber erklärt, was in dieser Woche normal ist, welche Beschwerden typisch sind und ab wann Du Dich ärztlich melden solltest.
Inhalte im Überblick
Wie entwickelt sich Dein Baby in der 18. SSW?
In der 18. SSW ist Dein Baby etwa 14 Zentimeter groß und wiegt rund 150 Gramm. Der Fokus liegt auf den Armen und Beinen, deren Proportionen sich nun stärker dem späteren Körperbau angleichen. Dein Baby ist nun sehr aktiv. Es strampelt, boxt, dreht sich und spielt mit der Nabelschnur. Zwischen der 18. und der 22. SSW beginnt nun die Zeit, wo Du Dein Baby spüren kannst, aber sei geduldig. Trotz der vielen Aktivität schläft das Baby viel und hat noch keinen festen Tagesrhythmus. Das Baby übt schon fleißig das Atmen, indem es Fruchtwasser ein- und ausatmet. So trainiert es seine Lunge und den Atemreflex, auch wenn die Lungenbläschen sich erst später vollständig ausbilden. Die Geschlechtsorgane sind in dieser Phase weit entwickelt. Ob sich das Geschlecht im Ultraschall schon eindeutig zeigt, hängt von der Lage des Babys und vom Gerät ab. Die Ärztin oder der Arzt kann dazu im Termin eine Einschätzung geben.
Typische Beschwerden und was helfen kann
Typisch sind jetzt Kreislaufprobleme, Müdigkeit und Rückenschmerzen. Bei starken oder anhaltenden Beschwerden sprichst Du am besten mit Deiner Hebamme, Deiner Frauenärztin oder Deinem Frauenarzt. Mit wachsendem Blutvolumen kann der Kreislauf empfindlicher reagieren. Schwindel tritt daher oft beim schnellen Aufstehen aus dem Liegen oder Sitzen auf. Steh deshalb langsam auf und setz Dich kurz hin, wenn Dir schwindlig wird. Schwindel zusammen mit Blutung, Schmerzen oder Ohnmacht ist dagegen ein Warnzeichen.
Der Bauch wächst und verlagert das Gewicht nach vorn. Viele Schwangere gehen deshalb in ein Hohlkreuz, was den Rücken belastet. Regelmäßige Bewegung, Pausen und ein gut gestütztes Sitzen helfen vielen. Schwimmen kann entlasten und gleichzeitig die Rückenmuskulatur stärken, weil der Körper im Wasser weniger Gewicht trägt.
Dein Körper leistet gerade viel, deshalb bist Du schneller erschöpft. Wenn Schlafprobleme Dich belasten oder Du Dich dauerhaft erschöpft fühlst, sprich das bei der nächsten Vorsorge an.
Unterschied Übungswehen oder Wehen
Gelegentliche, unregelmäßige Verhärtungen des Bauches sind in der Schwangerschaft häufig und meist harmlos. Man nennt sie Übungswehen oder Braxton-Hicks-Kontraktionen. Regelmäßige, zunehmende oder schmerzhafte Wehen und Wehen mit Blutung solltest Du dagegen ärztlich abklären lassen. Folgende Tabelle soll Dir Helfen bei der Einschätzung, ob Deine Wehen Übungswehen sind oder ob Du sie ärztlich abklären lassen solltest.
Merkmal | Übungswehen | Ärztlich abzuklärende Wehen |
|---|---|---|
Rhythmus | unregelmäßig | regelmäßig und häufiger werdend |
Schmerz | meist gering, eher ein Ziehen oder Spannen | zunehmend, stark oder anhaltend |
Verlauf | Wehen lassen oft nach etwas Ruhe oder einem Lagewechsel nach | Wehen lassen sich durch etwas Ruhe nicht beruhigen |
Blutung | keine | mit Blutung oder Fruchtwasserabgang |
Die Einordnung ist nicht immer eindeutig. Lass es im Zweifelsfall lieber abklären.
Vorsorgetermine in dieser Phase
Drei Ultraschalluntersuchungen gehören zur regulären Schwangerschaftsvorsorge in Deutschland. Die zweite Untersuchung findet etwa zwischen der 19. und 22. SSW statt. Falls Du noch keinen Termin ausgemacht hast oder bereits Fragen für den nächsten Ultraschalltermin hast, dann bereite Dich am besten jetzt schon darauf vor. Im Mutterpass werden auch bei der kommenden Vorsorgeuntersuchung die Ergebnisse eingetragen. Wenn Dir bei den Ergebnissen etwas unklar ist, frag nach, keiner erwartet, dass Du alle medizinischen Fachbegriffe kennst. Sofern Du bereits eine Hebamme hast, begleitet sie Dich durch Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Geburtsvorbereitungskurse werden meist im dritten Trimester angeboten. Viele Eltern melden sich schon in der Mitte der Schwangerschaft an, etwa bis zur 20. SSW.
Warnzeichen bei denen Du sofort handeln solltest
Bei jeder Blutung gehst Du zur Hebamme, Frauenärztin oder zum Frauenarzt, auch bei einer Schmierblutung. Sofort in die Geburtsklinik gehst Du, wenn eines der folgenden Zeichen auftritt:
Die Blutung ist so stark wie oder stärker als Deine Periode.
Du blutest und hast gleichzeitig starke Schmerzen im Unterleib.
Du blutest und Dir wird schwindlig, Du fühlst Dich zittrig oder Dir wird schwarz vor Augen.
Du blutest und Fruchtwasser geht ab.
Starke Schmerzen sind immer ein Zeichen für eine ernste Ursache und sollten zeitnah abgeklärt werden. Weitere Warnzeichen wie starke oder anhaltende Kopfschmerzen, Sehstörungen, Fieber oder Erbrechen, bei dem Du nichts mehr bei Dir behalten kannst, solltest Du ebenfalls schnell ärztlich abklären lassen. Bei akuten Notlagen solltest Du, Dein Partner oder Deine Partnerin den Notruf wählen.
Unser Tipp
Schreib Dir auf, wann etwas auftritt, wie stark es ist und was hilft. Diese Notizen helfen Deiner Hebamme oder Deinen Ärzten, die Lage schneller einzuschätzen. Bei einer Blutung ist es zudem hilfreich, Farbe und Stärke festzuhalten.
FAQs zur 18. SSW
Das könnte Dich auch interessieren
Quellen: https://www.familienplanung.de/schwangerschaft/beschwerden-und-krankheiten/akute-erkrankungen-und-infektionen/blutungen, https://www.familienplanung.de/schwangerschaft/schwangerschaftsvorsorge/ultraschall/
:quality(70))